Wie kann ich mein Kind vor Erkältungen und Infekten schützen?

Von Oktober bis April leiden Kinder und ihre Familien jedes Jahr an Erkältungskrankheiten und Infekten. Über die Krippen, Kindergärten, Schulen aber auch innerhalb der Familien verbreiten sich die ursächlichen Viren sehr schnell. So gerne man dies als Eltern auch täte, vor Viren können Sie Ihr Kind nicht wirklich schützen, zumal Infekte immer auch das Immunsystem trainieren.

Besonders während der Kindergartenzeit kommt es bei allen Kindern zu gehäuften Infekten. Bis zu 10 banale Infekte sind im ersten Jahr der Krippe bzw. Kindergarten noch normal.

„Für Eltern von Kindern, die an einer chronischen Lungenerkrankung leiden, ist es aber oft schwer, zwischen einem harmlosen viralen Infekt der oberen Atemwege mit Schnupfen, Husten und Abgeschlagenheit und einer Verschlechterung der chronischen Grundkrankheit zu unterscheiden. Hinzukommt, dass die Ressourcen der Kinder mit chronischen Lungenerkrankungen geringer sind als bei gesunden Kindern und somit bereits ein viraler Infekt der oberen Atemwege zu einer Verschlechterung der Lungenfunktion mit deutlich reduzierter Belastbarkeit und früherer Erschöpfung führen kann.“ erklärt Professor Stefan Zielen vom Universitätsklinikum der Goethe Universität Frankfurt am Main.

Es gibt Faktoren, die die Infektanfälligkeit beeinflussen und man kann mit einfachen Mitteln dazu beitragen, die Anzahl und Häufigkeit von Erkältungskrankheiten und Infekten zu reduzieren bzw. die natürliche Abwehrreaktion unseres Immunsystems zu unterstützen.

Gute Hygiene

Das wichtigste für eine ausreichend gute Hygiene ist häufiges und gründliches Händewaschen mit Seife und Wasser. Bis zu 80% aller ansteckenden Krankheiten werden über die Hände übertragen und Studien zeigen, dass regelmäßiges Händewaschen die Ausbreitung von Keimen signifikant verringert und damit die Erkältungshäufigkeit um bis zu 50% reduziert werden kann. Somit ist Hände waschen die einfachste Maßnahme, mit der man sich und andere vor Infekten schützen kann und in Zeiten von Krankheitswellen besonders wichtig.

Die ganze Familie sollte darauf achten, dass sich Kinder und Eltern mehrmals täglich die Hände komplett für 20-30 Sekunden mit Seife und fließendem Wasser waschen, insbesondere nach dem nach Hause kommen, dem Nase putzen, Husten und Niesen, vor den Mahlzeiten und vor und nach dem Kontakt mit Kranken.

Weitere bekannte Übertragungsorte von Viren und Bakterien, die unbedingt regelmäßig gesäubert werden sollten, sind PC/Laptops, Tablets, Smartphones, gerade wenn diese von mehreren Personen genutzt werden.

Papiertaschentücher dürfen nur einmalig benutzt werden und sollten sogleich entsorgt werden. Dies gilt auch schon für Kinder und für den Gebrauch von Stoffservietten. Für kleine Kinder reicht auch ein halbes Papiertaschentuch.

Üben Sie mit Ihrem Kind in die Ellenbeuge zu husten und zu niesen. Dies sorgt ebenfalls dafür, die Verbreitung von Keimen zu reduzieren.

Frische Luft

Im Winter herrscht in den engen, unbelüfteten Wohnräumen eine sehr trockene Heizungsluft, welches die Adaptation der Viren an die Schleimhäute begünstigt. Gehen Sie deshalb bei jedem Wetter eine halbe bis eine ganze Stunde pro Tag raus. Vor allem Spaziergänge in der Mittagszeit helfen zudem die Bildung von Vitamin D zu steigern. Hinzukommt, dass eine regelmäßige Bewegung die Immunabwehr ankurbelt.

Räume nicht überheizen

Wohnräumen sollten mit maximal 22° nicht weiter überheizt werden. Damit die Atemluft in den Räumen eine gewisse Feuchtigkeit beinhaltet sollten die Räume regelmäßig stoßweise gelüftet werden. Vermeiden Sie unbedingt auch in den Räumen zu rauchen. Luftbefeuchter oder gar nasse Wäsche in den Zimmern aufzuhängen ist nicht empfehlenswert, zumal Luftbefeuchter bekannte Brutstätten für Keime, unter anderem für Pseudomonas aeruginosa, sind.

Ausreichend Schlaf

Sorgen Sie besonders in der dunklen Jahreszeit dafür, dass Ihre Kinder ausreichend Schlaf und Ruhe bekommen, denn sie brauchen 10-13 Stunden Schlaf. Gestehen Sie Ihrem Kind auch tagsüber vermehrt Entspannungspausen zu und gönnen Sie Sich gemeinsame Kuschel- und Lesezeiten.

Gesunde Ernährung

Eine gute, ausgewogene Ernährung ist über das Jahr hindurch ein wesentlicher Baustein für eine gesunde kindliche Entwicklung, denn sie enthält alle Nährstoffe, die ein Kind zum Wachsen und Gedeihen braucht. In den infektreichen Winterzeiten ist es besonders wichtig, auf ausreichend Gemüse, Obst, Getreide und Getreideprodukte zu achten. Dabei ist eine gute Versorgung mit Vitaminen und dabei vor allem Vitamin C empfehlenswert. Vitamin C liefern in den Wintermonaten Brokkoli, rohe Paprika und Kohlrabi, Pellkartoffeln, Orangen, Grapefruit, Kiwi, Mandarinen aber auch Bananen und Äpfel.

Darüber hinaus ist es wichtig, Ihrem Kind reichlich zu trinken anzubieten. Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr hält die Schleimhäute im Nasen- und Rachenraum feucht und verhindert somit, dass sich Viren und Bakterien auf den Schleimhäuten festsetzen können. Dabei sollten die Kinder in erster Linie ungesüßte Getränke zu sich nehmen. Empfehlenswert sind auch Tees, wie z.B. Thymiantee, Lindenblütentee oder Holunderblütentee bei Husten und fiebrigen Erkältungen der oberen Atemwege.

Suppen und da insbesondere die Hühnersuppen werden schon seit Jahrhunderten als bewährtes Hausmittel bei Erkrankungen der oberen Atemwege eingesetzt. In ersten wissenschaftlichen Studien konnte gezeigt werden, dass in der Hühnersuppe enthaltene Stoffe sich positiv auf unser Immunsystem auswirken und dieses somit bei der Abwehr der Krankheitserreger unterstützen.